Update (5. Mai 06)

Es hat seit dem letzten Eintrag einige Treffen gegeben. Ich finde, wir sollten die Seite updaten. Eine Zusammenfassung des e-mail Verkehrs wäre auch gut. Oder stellen wir ihn gleich online?

Ideen zwischen 3.3. und . .2006

Ich hatte in der Zwischenzeit wieder einige Ideen, die ich Euch gleich mitteile:

  • Direktes Einbeziehen einer Diskussionssendung auf octo. In dieser

experimentieren wir mit den zu entwickelnden Werkzeugen.

  • Als ein Thema der Diskussionen: Berlusconi. Ich habe eine gute Freundin in

Italien, welche mich immer wieder eindringlich an die dortigen Zustände erinnert.

  • die politischen Themen des Filmes auf außerfilmische soziale

Bemühungen/Kämpfe abstimmen. Welche wären Euch ein Anliegen?

  • eine politische Aktion als Element des Filmes

Wir könnten eine spontane Demonstration, eine Fotoaktion à la attac, o.a.m. einbauen. Dies könnte auch gleich zur Promotion des Filmes dienen.

  • symbolisches Kapital demokratisieren

Wir laden, wie in vielen Film- und Musikprojekten üblich, bekannte KünstlerInnen als Gäste ein. Diesmal allerdings ist die Richtung umgekehrt: nämlich nach unten.

  • künstlerische Gestaltung

Ich würde langsame Zwischenszenen in denen länger nichts passiert sehr begrüßen. z.B.: Busfahrten, aus dem Fenster schauen, durch eine Stadt gehen, etc. Gründe:

a) In dieser Zeit können Zuschauer ausgehend von den dargestellten Diskussionen weiterdenken.

b) es ließen sich die heterogenen Elemente in einen verzweigten Handlungsfluss integrieren.

c) wenn wir sehr unterschiedliche Geschwindigkeiten kombinieren, könnten wir an einer anderen Repräsentation von Zeit und Raum arbeiten. Dies würde es ermöglichen scheinbar verstreute Situationen in den freien Fluss gesellschaftlicher Kooperation einzubeziehen.

Protokoll 3.3.2006 @ Nico Nr.2

Eigentlich wollten wir ja einen Film drehen.. sind aber dann doch immer wieder ins Abstrakte abgeschweift …

Also es geht darum, neue Technologien und Praktiken zu entwickeln, die Kommunikation unterstuetzen und foerdern. Was an Wuenschen / Anforderungen gefallen ist:

  • Dokumentation on-the-fly
  • “Zerschnippeln” von kontinuierlichen streams, insbesondere rich media wie audio/video, z.b. fuer “tagging”
  • Immer 2 tools miteinander kombinieren
  • Referenzierung (was war das nochmal genau?)
  • Provokation - Zufall - “Stolpern”
  • Fortsetzungsmoeglichkeit

Was sonst noch so war:

  • “Fenster des Aktionismus in Massenmedien öffnen”
  • Hochsprache vs. Dialekt (reichere ausdrucksmoeglichkeiten und nuancierung)
  • Habermas “Diskursethik”
  • PNAC
  • u.v.m.

WIR FORDERN DEN FREIEN WAHNVERKEHR

Protokoll 3.3.2006 @ Nico Nr.1

Bitte, bitte ergänzen.

Liebe Leute, der gestrige Abend ist noch ganz frisch und eine Gesprächssequenz nach der anderen geht mir durch den Kopf. Viel zu viel, um es festzuhalten. Und außerdem haben wir noch nicht mal ein gemeinsamen Protokoll. Aber alles schön nach der Reihe nach funktioniert leider nur ab und zu.

Für das weitere Vorgehen möchte ich in erster Linie vorschlagen, dass wir im Prozess ein paar Versuche einbeziehen verschieden Technologien einzusetzen.

* sehr gefallen würden mir Audiomitschnitte, die wir in Echtzeit taggen

(pamela) ergänze das protokoll als nichtanwesende mit einigen gedanken aus dem OFF unter probleme

Nun ein rudimentäres Gedächtnisprotokoll in Stichworten - Erweiterungen wären super! Angreichert um weitere Assoziationen. Entsprechend meinen Aufmerksamkeiten.

PolitikerInnen stalken, Auslösen eines Verfolgungswahns, Kohl permanent im Fernsehen, Hacken von gewista Bildschirmen, ein Flashmop in virtuellen Räumen, Fenster in verschiedene Spektakel schlagen, der Communicator - eine Kommunikationswaffe, die logische Argumenationen erzwingt, ein Traum sollte vorkommen, ist sehr wichtig: positive Spinnerein, Diskussion der Funktionalitäten eines tools vs/und Diskussion des Prozesses zwischen zwei tools, Verhältnis direkte einfache Kommunikation zu anderen Kommunikationstechnologien, Beispiel der Theatervorstellung in einer Hauptstadt Westafrikas in den 60er Jahren: Publikum diskutierte vielleicht während der Hälfte der Vorstellung, Schauspieler beziehen sich darauf, grundlegender Unterschied dieses Beispiels zu Konzepten von Partizipation, 80 Prozent der Alltagskommunikation verloren, Erfinden von Techniken der Bezugnahme von Stücken der Alltagskommunikation untereinander, Mehrfachstrategie: Delegitimation der Spektakel, Anzapfen der Spektakel, Ausweitung und Intensivierung direkter Kommunikation, Demokratie der Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeitskommunismus, vs/und Diskursethik von Habermas, Ziel: Intensivierung und Bereicherung der einfachen Kommunikation: spannende Diskussionen, Liebe. Was wäre, wenn Kommunikation total spannend wäre?- Bräuchte nicht mehr so viel, kaum ressourcenaufwändig!, verschiedene Körpersprache, Körpersprache von PolitikerInnen, die mehrfache Gerichtetheit von spektakulären Formen wie Flex und Protest Song Contest: einerseits ermöglichen sie lebhafte Diskussionen und regen zum eigenen Denken an, andererseits entleeren sie und verkaufen Haltungen, d.h. machen eigene Diskussionen unnötig. Entscheidend ist, wie wir im Rahmen von Mehrfachstrategien mit ihnen umgehen.

Konzept Film

Genre Social Science Fiction

Heterogen, Beginn verschiede persönliche Zugänge unsererseits

Durch Heterogenität offen für die Einbeziehung von filmisch umgesetzten Publikumsreaktionen –> offener Film, der lange weitergehen kann, enstprechend den weiteren Gängen des Lebens

Elemente der Fiktion und der Dokumentation

Dokumentation: von verschiedenen diskursiven Ereignissen, inkl. des Produktionsprozesses

Alltägliche Szenen zur Generierung einer Dynamik zwischen den Teilen

Entscheidend: Dynamik zwischen den Teilen

Was die Dynamik mit sich bringt: Erfindungen, Demonstrationen und geglücktes Leben

Idee einer Schlusseinstellung: viele Lagerfeuer an den Ränden einer Großstadt - Freude, Aufbruch, organisierte große Spektakel sind obsolet

Idee von den Bösen: ein Thinktank a la Knight Rider, die permanent irgendwelche super Kommunikationtechnologien aushecken, Special Effects, Hollywood, MTV Shows

Label, unter denen wir arbeiten

Ich denke wir machen etwas sehr vielseitiges, das in verschiede Kontexte sehr gut passt. Ich möchte daher vorschlage uns Gedanken zu machen in welche Kontexte wir uns einklinken können.

Hier mal ein besonders feiner Hinweis: Activist Research, Action Research, militante Untersuchung (u.ä.): http://www.moviments.net/euromovements/tiki-index.php

Hier tut sich viel Neues europaweit.

Probleme

- Wir waren nur Männer. Dies hat sich meiner Meinung nach ziemlich ausgewirkt. Wir mussten uns zum Teil ziemlich heftig das Wort gegenseitig abringen. Die Diskussion tendierte auch in eine martialische Richtung. Ich erinnerte an den Beitrag von Pamela bei eop: sich mit anderen in Beziehung setzen (?) als Antwort auf die Angst vor überhandnehemenden Kommunikationsfäden. Die ausschließliche Teilnahme von Männern dürfte sich dahingehend auswirken, dass bestimmte sehr wichtige Ansätze nicht eingebracht werden, bzw nicht an ausreichend an Kraft gewinnen. Die verschiedenen Dimensionen der Mehrfachstrategie wären auch dahingehend zu analysieren.

Vorschlag: Versuch einer gezielten Teamerweiterung

- Die Diskussion ging zunächst sehr stark um das Argumentationstool. Es war mir schwer mich mit meinen Anliegen einzubringen, weil sich die Dynamik schnell auf der technischen Ebene entfaltetet. Entsprechend den disziplinären Hintergründen der TeilnehmerInnen. Ich reagierte zum Teil negativ und bezog mich mit meinem politischen / sozialtheoretisch-kreativen Wissen negativ auf bestimmte Aspekte. Dies ärgert mich, weil ein Gegensatz als solcher gar nicht bestand. Gegen Ende kamen wir dann auch wieder am Anfang an: die Nützlichkeit von Argumentations-Tools.

Vorschlag 1: beruftlich/kulturelle/disziplinäre Ergänzungen des Teams diskutieren Vorshclag 2: technischen Aspekte einfacher direkter Kommunikation identifizieren und mit verschiedenen tools in Beziehung setzen

in der Kultur- und Sozialanthropologie gibt es die Ergologie, die sich um die Technik kümmert. Das Ergologische betrifft die Beziehungen von Raum, Zeit und Materie, sage ich mal. Bevorzugte Themen sind Handwerk u.ä. Man sollte sich dadurch aber nicht verwirren lassen.

(pamela)…. möchte hier anknüpfen mit weiteren möglichen problemfeldern - könnte in diesem anfangsstadium hilfreich sein - die soziale ebene in form von partizipations - tools im real und im virtuellen raum mitzudenken!?! - u. U. wichtig um das phänomen information-verteilung-selektion-rezeption durch den prozess der (individuellen?) meinungsbildung & (gemeinsamen?) entscheidungsfindung & aktion zu ergänzen …oder bei der “wegkreuzung in die andere richtung gebogen” im einem nächsten schritt diskurs - dynamiken mitdenken zu können, die sich nach dann möglichst optimal im web abbilden….

hier einige leselinks:

http://www.broennimann-capelli.ch/text1.htm http://www.zit.tu-darmstadt.de/cipp/tudzit/custom/pub/content,lang,1/oid,659/ticket,guest

sidestep I: blick auf ein soziokulturelles projekt im realraum erstmals kam ich mit diesen instrumenten und prozessen (hautnah) beim soziokulturellen projekt DER 6TE SINN im letzten jahr 2005 in berührung und konnte den projekt- und gemeinschaftsorientierten informationaustausch, wie entscheidungsfindungsprozesse im realraum beobachten. http://www.der6tesinn.at

sidestep II: blick auf die künstlerische auseinandersetzung mit dem thema http://www.medienkunstnetz.de/themen/generative_tools/software_art/scroll/

sidestep III: allgemeines zum thema corporate blogging http://zuckerwatte.twoday.net/

Verschiede Zugänge

- Social Software, verwendete Konzepte und Sozial-und Geisteswissenschaften. Hier gibt es sicherlich einen lebhaften diskursiven Zusammenhang!!! Ich würde gerne Materialien und Wissen dazu zusammentragen. Kann mir jemand helfen?? Besonderes Interesse: Anthropologie - andere Kulturen

Überlegungen

Politik, Visionen, Wahn und Psychopathologie:

Politisch wichtige Ideen bringen es mit sich, dass sie einem mitreissen können. Die bereits bestehenden Verhärtungen der Umwelt stoßen einem zudem oft ab, hindern einen, stellen in Frage. Das Visionäre und Verändernde, welches notwendigerweise eng mit dem Unterbewussten lebt, ist daher sehr prekär. Ein verantwortungsvoller Umgang ist wichtig. Der Konsum von Drogen aller Art und Versuche verändernder Politik haben einiges miteinander zu tun. Indigene Kulturen düften zum Teil mehr Wissen um diese einfachen Zusammanhänge haben. Ein Weg besteht für mich darin, sich immer wieder mitreissen zu lassen und dann bewusst die fordernde Kritik am Entstanden zu suchen. Eine Kritik, die sich allerdings auch immer wieder auf neue von Ihr eröffnete Möglichkeiten des Entwerfens öffnet.

Wir könnten die inneren und äußeren Gefahren für einen solchen Prozess in den Film einbauen. Insbesondere auch die Kommerzialisierungs- und Spektakularisierungstendenzen im Anschluss an soziale Bewegungen, die diese in Gesten und Posen verwandeln.

Chronologie

Freitag, 3. März 2006 Treffen in der Penzinger Straße Geschehen: Angeregte Diskussion zu einem Diskussionstool, dass Argumentationen überblickbarer machen soll, sowie verschiedene Ideen für den Film

Vorgeschichte:

Samstag, 25. Februar 2006 Drei Diskussionsrunden anlässlich von eop Zum Thema: Diskurs- Technologien/Praktiken Ereignis: Entscheidung einen Film zu machen

Freitag, 27. Jänner 2006 Ein längeres Gespräch zwischen Emil und Leopold während der Nachhausefahrt Ausgelöst im “World Café” eines eop Treffen

Jänner-März 2006 Zwei lange Telefonate zwischen Bertram und Leopold

Kontext

Auf der Seite von KeineUni wird ein thematisch ähnliches Projekt angekündigt:

http://not.priv.at/keineuni/Kalender#Das_Erfinden_neuer_Diskurs-Praktiken

Ihr findet dort bei der Ankündigung “Aufstand in Frankreich” auch einige überaus kreative Überlegungen zur Organisation von Diskurs:

http://not.priv.at/keineuni/Kalender#Aufstand_in_Frankreich

 
  am_anfang_war_das.txt · Zuletzt geändert: 2006/05/06 13:57
 
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